Expertenchat

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Expertenchat: Arthrose des Hüft- und Kniegelenks

Hier finden Sie die Fragen und Antworten zum Thema Arthrose des Hüft- und Kniegeleneks an Henrik Wolff, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie.

Thema: Arthrose an Hüft- und Kniegelenk

Kann man Arthrose heilen?

Nein – leider nicht. Man kann den Verlauf der Arthrose lediglich verlangsamen, nicht jedoch aufhalten. Es gibt zahlreiche konservative Methoden, die unterstützen können. Beim Erreichen des Endstadiums der Arthrose wird ein künstliches Gelenk eingesetzt.


Welche Behandlungen gibt es bei Arthrose?

Zunächst ist die Eigenmobilität des Patienten die erste Pflicht. Folgend können medikamentöse Therapien (Schmerzmittel, Arthroseprotektiva und Knorpelaufbaupräparate) angewendet werden. Die nächste Stufe beinhaltet Krankengymnastik oder spezielle Schmerztherapien wie zum Beispiel Akupunktur. Bei Ausschöpfen aller konservativen Strategien bleibt letztendlich nur der operative künstliche Gelenkersatz.

Ich bin 52 Jahre alt und hatte vor zehn Jahren einen Schienbeinkopfbruch. Jetzt wurde bei mir eine bereits weit fortgeschrittene Gonarthrose festgestellt. Kann ich bereits trotz meines Alters mit einer Knieprothese versorgt werden? Oder was raten Sie?

Sie sollten versuchen, die konservativen Möglichkeiten der Arthrosebehandlung so lange wie es geht hinauszuzögern. Je früher im Lebensalter ein künstliches Gelenk implantiert wird, desto höher ist das Risiko für eine Lockerung und somit eine Zweit-OP.

Warum bekommen manche Personen Arthrose?

Im Alter nimmt die Durchblutung des Knorpels ab, dieser wird porös, stirbt ab und es bildet sich eine Arthrose aus.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum bei einem Menschen eine Arthrose entstehen kann. Begünstigend ist das Geschlecht. Frauen sind ca. doppelt so häufig für Arthrose anfällig als Männer.

Das Gewicht spielt eine große Rolle.

Die körperliche Aktivität, die in einem Leben auf die Gelenke einwirkt, ist ebenfalls entscheidend.

Des Weiteren sind Vorerkrankungen als Auslöser für Arthrose von wichtiger Bedeutung: Rheuma, Gicht, Hauterkrankungen, Diabetes mellitus und weitere.

Der Arthroseentstehung wird auch eine erbliche Komponente zugeschrieben.

Unstrittig ist als Auslöser einer Arthrose eine Gelenkfraktur mit hier bereits entstandener Knorpelschädigung.

Welche Symptome hat eine Arthrose?

Zunächst meldet sich die Arthrose mit gelegentlichen Schmerzen in dem betroffenen Gelenk bei bestimmten Bewegungen. Später kommt der sogenannte Belastungsschmerz dazu. Quasi jede Bewegung schmerzt. In fortgeschrittenem Stadium sind die Arthroseschmerzen auch in Ruhe spürbar. Das Vollbild der Arthrosesymptome ist bei weit verschlissenen Gelenkflächen die Bewegungseinschränkung bis hin zur Versteifung des Gelenkes.

Ich bin familiär vorbelastet, meine Mutter hat zwei künstliche Kniegelenke. Was kann ich zur Vorbeugung einer Arthrose bei mir selbst tun?

Die wichtigste eigene Vorbeugung besteht in ständiger Bewegung. Hierbei sollte das Hauptaugenmerk auf einer schonenden Mobilisation der Gelenke bestehen (Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking, mildes Jogging, Aquajogging). Auf die Durchführung von belastenden Sportarten wie zum Beispiel Stop-and-go-Sportarten (Tennis, Tischtennis, Squash, Mannschaftssportarten) sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

Können Tiere bzw. Hunde/Katzen auch Arthrose bekommen?

Durch die Überzüchtung unserer Haustiere und die Überfütterung durch die Tierhalter kommen Arthrosen auch immer häufiger bei Hunden und Katzen vor. In der Natur ist dies fast nicht zu beobachten.

Bei mir wurde eine fortgeschrittene Arthrose des rechten Hüftgelenks festgestellt. Ich bin jetzt 82 Jahre alt, hatte bereits einen Herzinfarkt und drei Bypässe, habe einen Diabetes und meine Nieren sind auch nicht mehr gesund. Kann ich trotz dieser Vorgeschichte noch ein künstliches Hüftgelenk bekommen?

Selbstverständlich müssen bei Ihnen besondere Maßstäbe im Rahmen der OP-Vorbereitung Anwendung finden. Dies erfordert eine gründliche Feststellung der jeweiligen Organeinschränkungen und gegebenenfalls eine längere intensivmedizinische Überwachung nach der OP. In den heutigen modernen Kliniken ist jedoch die Überwachung auch von Hochrisikopatienten stets gewährleistet. Das Alter selbst ist für den Einbau eines Kunstgelenkes heute fast unerheblich.

Wie lange würde ein Krankenhausaufenthalt bei Einbau eines Kunstgelenkes dauern?

In der Regel beträgt der stationäre Aufenthalt nach OP ca. 10 bis 14 Tage. Anschließend beginnt meist unmittelbar danach eine stationäre oder ambulante Rehabilitation. Diese beträgt in der Regel drei Wochen.

Expertenchat: Rückenschmerzen

Hier finden Sie die Fragen und Antworten zum Thema Rückenschmerzen an Dr. Gerrit Bonacker, Ärztlicher Leiter der Praxisklinik Mittelhessen.

Thema: Rückenschmerzen

Frage: Ich wurde von Ihnen 2012 wegen einer Zyste im Spinalkanal, verursacht durch Arthrose, operiert.  Es geht mir soweit gut, außer dass es mir vor dem kommenden nasskalten Wetter graut. Dann habe ich starke Schmerzen und bin steif im Bereich der Illiosakralgelenke, die beide geschädigt sind. Gibt es etwas, wie ich dem besser begegnen kann?

Dr. Gerrit Bonacker: Ja, auch die ISG kann man gut behandeln – erstmal mit der Neuraltherapie (Injektion ins Gelenk) und wenn das hilft, aber nicht ausreichend ist, kann man die Gelenke auch veröden.

Frage: Was bedeutet veröden?

Dr. Gerrit Bonacker: Wir verwenden die Methode, bei der mit einer speziellen Sonde „Simplicity“ mit ca. 80 Grad Celsius die Schmerzfasern funktionsuntüchtig gemacht werden.

Frage: Das Gelenk bleibt zu 100 Prozent funktionstüchtig? Ich hätte dann nur keine wetterbedingten Einschränkungen mehr?

Dr. Gerrit Bonacker: Ja, das ist das Ziel. Das Gelenk bleibt voll erhalten.

Frage: Das klingt gut. Und die Neuraltherapie, was genau ist das?

Dr. Gerrit Bonacker: Diese ist vorgelagert und bedeutet, dass man in das Gelenk spritzt, ambulant dreimal im Wochenabstand. Oft reicht das sogar aus.

Frage: Müsste man das abgeschlossen haben, bevor das problematische Wetter kommt? Oder wäre es für den Behandlungserfolg unschädlich, wenn zwischendurch für mich schlechte Tage gewesen wären?

Dr. Gerrit Bonacker: Am besten machen Sie einen Termin aus, wenn die Schmerzen da sind. Die Behandlung wird durchgeführt, wenn Schmerzen vorhanden sind.

Frage: Würde ich dann einen kurzfristigen Termin bekommen - einen Akuttermin quasi? Und - ist es eine Kassenleistung? Falls nein, mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Dr. Gerrit Bonacker: Ja, sagen Sie, dass Sie beim Chat waren und auch Ihnen können wir einen schnellen Termin anbieten. Die Spritze ist mit einer Zuzahlung von 14 Euro verbunden. Die Verödung wird von der Kasse übernommen und findet stationär statt.

Frage: Wunderbar! Vielen Dank. Und auch noch vielen Dank für die absolut kompetente, schnelle und umfassende Hilfe damals. Es war ja eine sehr riskante Operation und keinesfalls selbstverständlich, dass ich heute mein rechtes Bein wieder voll spüre und auch sonst alles gut verlaufen ist - dank Ihrer Fertigkeiten, schnellem Handeln , Versorgung mit bestem Mieder, Reha usw.

Dr. Gerrit Bonacker: Das freut mich. Vielen Dank.

Frage: Ich habe vier Bandscheibenvorfälle und initiale Koxarthrose. Viele Behandlungen in den letzten Monaten waren erfolglos. Ich habe Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Ich bin unsicher, ob ich eine Operation machen muss.

Dr. Gerrit Bonacker: Eine Operation ist nur dann unbedingt notwendig, wenn Muskellähmungen und/oder Taubheit vorhanden ist. Und auch dann kann man noch andere Therapien erst anwenden. Wenn es aktuelle Bilder der Lendenwirbelsäule mit MRT und Röntgen gibt, auch von der Hüfte, wäre es prima, wenn Sie einen Termin in meiner Sprechstunde ausmachen, um die möglichen Therapien zu besprechen. Dort können wir dann schauen, ob man die Ursache der Beschwerden eingrenzen kann.

Frage: Bisher habe ich weder Muskellähmungen noch Taubheit. Allerdings sind die Schmerzen oft so stark, dass ich mich kaum anziehen kann und auch nicht sitzen kann. Das letzte MRT ist vom 22.12.17; Röntgen Hüfte 18.01.18. Ist dies aktuell genug?

Dr. Gerrit Bonacker: Das hört sich erstmal gut an, wenn "nur Schmerzen" bestehen. Haben Sie schon viel Therapie bekommen und eine gute Schmerzmedikation?

Frage: Eine Schmerzmedikation habe ich gar keine. Therapien: 2 x pro Woche Physiotherapie an Geräten und manuell, Druckpunktbehandlung, 1 x pro Woche spezielle Rückengymnastik, hatte auch schon Akupunktur und gehe zur Osteopathie.

Dr. Gerrit Bonacker: Das sind gute Ansätze, ich denke man muss Ihnen aber mit Medikamenten erst mal einen Teil der Schmerzen nehmen, um überhaupt an die Ursache zu kommen. Am besten vereinbaren Sie einen Termin in der Praxisklinik bei mir.

Frage: Ich habe einen bekannten Bandscheibenvorfall, nur Schmerzen, keine Lähmungen, soll aber nicht operiert werden. Was soll ich tun?

Dr. Gerrit Bonacker: Wichtig ist es, die erkrankte Bandscheibe als Ursache der Beschwerden zu behandeln. Hierzu muss ich die Bilder sehen. Man kann die Bandscheibe z.B. mit Hilfe der nicht operativen Dekompression behandeln. Das Spinemed-Verfahren zum Beispiel dehnt die Bandscheibe und lässt sie wieder ihre ursprüngliche Form einnehmen. Am besten vereinbaren Sie einen Termin bei mir, damit wir für Sie die passende Therapie finden. Wir gehen nach der Stufentherapie vor und eine Operation ist immer die letzte Stufe.

 

Frage: Ich habe immer mal wieder starke Ischias-Schmerzen. Was kann ich dagegen tun?

Dr. Gerrit Bonacker: Im Volksmund beschreibt der Begriff Ischias einen Beinschmerz der vom Rückenausstrahlt. Der Nerv ist nicht immer daran beteiligt.

Frage: Ja, genau solche Schmerzen habe ich. Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

Dr. Gerrit Bonacker: Wenn dieser Schmerz länger als 6 Wochen besteht und keine Lähmungen oder Taubheit besteht sollte man nach dieser Zeit einen Rückenspezialisten aufsuchen. Der größte Anteil dieser unspezifischen Rückenschmerzen ist nach 6 bis 8 Wochen wieder weg. Und man braucht sich keine Sorgen zu machen.

Frage: Ich habe öfter bei Kälte starke Rückenschmerzen (wie ein Hexenschuss). Woran kann das liegen?

Dr. Gerrit Bonacker: Sie beschreiben einen unspezifischen Rückenschmerz. Dieser kann viele Ursachen haben. Bei Kälte ist die Durchblutung der Muskulatur betroffen, so dass von einer Muskelursache auszugehen ist. Wichtig ist, die Muskulatur zu trainieren und bei Kälte für ausreichende Wärme zu sorgen. Zum Beispiel kann mit einer Kombination von Reizstrom und Wärme das Problem sehr gut behandelt werden. Dieses Verfahren ist in einer Anwendung namens Stimawell kombiniert und wird in unserer Praxisklinik angeboten.